Zukunftserwartungen – What will be, will be…?

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Wart Ihr schon mal im Urlaub, der euch so gut gefallen hat, dass ihr denselben Urlaub im nächsten Jahr noch einmal gebucht habt? Mit der Erwartung, dass es genauso toll wird wie beim ersten Mal. Und dann war es ganz anders und ihr wart enttäuscht.

Unsere Erwartungen steuern unser Denken und Handeln. Im Laufe unseres Lebens machen wir unsere Erfahrungen. Dieses gesammelte Wissen nutzen wir, um Vorhersagen für die Zukunft zu machen. Zusammen mit dem, was wir von anderen Menschen hören, haben wir ein Bild von zukünftigen Ereignissen. Wie es normalerweise abläuft. Was möglich und unmöglich ist. Und darauf basierend richten wir unser Handeln aus. Aber wie oft hält sich das Leben eigentlich an Standards? Und wie oft haben wir durch diese Erwartungen schlechte Laune oder denken, dass wir etwas nicht erreichen können, was wir doch so gern erreichen möchten?

Die Hawaiianerin Kimi Werner spricht in ihrem Ted Talk über eine Erfahrung, die sie mit Erwartungen gemacht hat. Kimi Werner ist eine Freitaucherin, das heißt sie taucht ohne Sauerstoffflasche, um unter Wasser Fische mit einem Speer zu jagen. Sie kann ihren Atem über vier Minuten lang anhalten. Begonnen hat sie damit zur Selbstverpflegung. Doch dann nahm sie an Wettbewerben teil. Der erste Wettbewerb war die U.S. National Spearfishing Championship in 2008 in Newport, Rhode Island.

Bis dahin war Kimi nur in Hawaii getaucht, wo das Wasser klar war und sie bis zum Grund sehen konnte. Von der Oberfläche beobachtete sie die Fische und ging dann gezielt in die Tiefe. Der Atlantik jedoch war nicht klar, sondern dunkel und trüb. Sie wusste nicht, was sie am Boden erwarten würde, noch wo der Boden eigentlich war. Sie beschreibt es als einen blinden Sprung in die Dunkelheit, in die sie hinein tauchte. Nach einer Weile sah sie eine grüne Schicht und freute sich, dass sie den Boden gefunden hatte. Doch sie konnte hindurch tauchen. Später kam eine braune Schicht und wieder freute sie sich, dass sie endlich den Boden gefunden hatte und wieder konnte sie hindurch tauchen. Die Ungewissheit verunsicherte sie so sehr, dass sie nach Luft schnappend an die Oberfläche schwamm. Sie dachte, dass sie den Boden des Atlantik nie finden würde.

Sie wusste, sie musste ihre Erwartungen darüber, wo der Boden des Atlantik sein sollte, aufgeben und einfach an ihre Fähigkeiten glauben und daran, dass dieser Boden kommen würde. Mit dieser geistigen Einstellung fand sie ihn. Und entgegen ihrer Erwartungen konnte sie dort etwas sehen. Denn es gab Muscheln, die das Wasser filterten. Sie lernte eine neuen Fähigkeit, und zwar auf die Fische, die um sie herumschwammen, zu hören. Zum ersten Mal hörte sie die Fische und lernte so zu jagen. Sie gewann die Championships.

Wenn es um die Zukunft geht, springen wir alle in ein dunkles Meer, bei dem wir nicht wissen, wo der Boden ist oder was genau uns dort erwartet. Auch wenn alle heutigen Anzeichen noch so wenig einladend aussehen, heißt das nicht, dass uns am Boden des Ozeans kein klares Wasser erwartet und die Möglichkeit eine neue Fähigkeit zu erlernen und letztendlich als Sieger hervorzugehen. Unsere Erwartungen leisten uns sicher meist gute Dienste, aber sie sollten uns nicht so sehr kontrollieren, dass wir mutlos aufgeben. Das Leben hat deutlich mehr Variationen zu bieten, als wir erwarten können.