Schulpause für pubertierende Teenager. Bitte!

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Zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr sollte die Schulpflicht ausgesetzt werden. Warum? Nun ganz einfach: Jegliche in der Schule üblichen Aufgaben verursachen schlichtweg pure körperliche Schmerzen. Zudem scheint das pubertierende Gehirn wesentliche, schon einmal erlernte Fähigkeiten komplett auszublenden.

Zum Beispiel, die Sache mit dem Lesen: Diese Aufgabe wird mit einem gedeeehnten Stöhnen und einem schmerzverzerrten Gesicht begonnen. Langsamer als ein Erstklässler werden die ersten paar Zeilen gelesen, um nach spätestens 2 Minuten erschöpft auf dem Tisch zusammenzubrechen und zu behaupten, dass man nachdenken würde.

Jetzt werden Sie sagen, so schlimm könne es doch nicht sein. Darauf kann ich nur antworten: Doch. Es ist sogar noch schlimmer. Denn neben dem Lesen verlernen sie auch das Schreiben. Simple grammatikalisch korrekte Sätze nach dem einfachen Schema: Subjekt – Verb – Objekt, sind ein Buch mit sieben, ach was, zehn Siegeln, mindestens. Beim Schreiben werden keine Zeilen eingehalten, sondern es wird kreuz und quer auf dem Papier geschrieben. Zur Verteidigung der Heranwachsenden muss erwähnt werden, dass es sich mit dem Kopf auf dem Tisch liegend auch äußerst schwer ordentlich schreiben lässt.

Wieso die Kinder beim Schreiben mit dem Kopf auf dem Tisch liegen? Da bin ich wirklich überfragt! Vielleicht ist es ja ein notwendiger Schritt in der Entwicklung zum Erwachsenen sich an seine Urururvorfahren zu erinnern, die wohl auch so ihre Schwierigkeiten gehabt hätten, an einem Tisch aufrecht zu sitzen und sich gemütlich auf demselbigen gelümmelt hätten. Außerdem, Achtung O-Ton, „Kann man sich so vieel besser konzentrieren.“

Darüber hinaus ist jede intellektuelle Anstrengung schlicht weg unmöglich. Das Schreiben von Argumentationen führt zu nichts. Zum Beispiel beim Thema „Kopfnoten“, also jenen Noten am Anfang eines Zeugnisses, die Auskunft darüber geben, ob das Kind fleißig ist, gut mitarbeitet und sich benimmt. Da kommen dann so brillante Sätze zustande wie: „Ich bin dagegen, weil es ist nutzlos.“ Ende der Argumentation.

Wohingegen bei allen anderen, ganz praktischen Themen das Kind einen Endlosdiskutiermodus eingespeichert zu haben scheint. Über die Sinnhaftigkeit von Schule und Hausaufgaben an sich kann, wenn auch nicht argumentiert in dem eigentlichen Sinne, zumindest endlos geredet und lamentiert werden.

Aber der Höhepunkt ist erreicht, wenn vor lauter Unlust über alles und nichts hysterisch gelacht wird. Wenn über Menschen gesprochen wird, die in einer Massenpanik zertrampelt werden, kann man ungelogen in minutenlange Lachkrämpfe über das Wort „zertrampeln“ verfallen. Liebe Schulbehörden, als Lehrer möchte man dann eigentlich nur noch eines tun, nämlich …sich schreiend auf den Boden werfen und wie ein Kleinkind, das im Supermarkt seine Lieblingsschokolade nicht bekommt, um sich schlagen und treten.

Aus diesen Gründen erscheint es mehr als sinnvoll, die Schulpflicht für eine Zeit auszusetzen. Bei den Teenagern jedenfalls rennen sie damit offene Türen ein. Glauben Sie mir!

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